Vom Suchen, Finden und Verändern

Mit Barfußlaufschuhen zum besseren Laufstil.
Back to the roots mit den Vibram FiveFingers.

Damals

Zwölf war ich etwa als ich mein erstes Probetraining im Kung Fu absolvierte.
Noch mehr Action fand ich dann ab Anfang Zwanzig beim Taekwondo. Sechs Jahre trainierte und kämpfe ich semi professionell bis zu fünf Mal pro Woche zwischen zwei und vier Stunden. Wenn ich nicht beim Training war, stand ich bei Vollkontaktwettkämpfen auf der Matte. Dazu kam Laufen und Radfahren für die Ausdauer.

Das waren vierzehn Jahre Kampfsport und in dieser Zeit nur eine Verletzung, weil ich im Training nicht aufgepasst habe. Das war alles!

Gestern

Aktiv laufe ich nun seit 21 Monaten. Davon war ich locker vier verletzt. Vier!

Nachdem sich nun das aktuelle Aua den dritten Monat hinzieht fing die Suche für mich an. Ich glaubte nicht, dass es nur am langen Laufen lag. Aber woran denn noch? Ich bewege mich doch viel: laufen, bisschen Rad, ab und zu mal schwimmen, Stabitraining und nach jeder Einheit dehnen. Wirklich, reicht das?

Eine typische Woche so aus:

Montag: Laufen, Büro, WoW spielen

Dienstag: Stabitraining, Büro, TV sehen

Mittwoch: Laufen, Büro, Hundetraining, Couching

Donnerstag: Laufen, Büro, Kino

Freitag: Stabitraining, Büro, Hundetraining, Essen gehen

Samstag: Laufen, Couch oder PC, Essen gehen

Sonntag: meist Sportfrei, manchmal Rennrad oder schwimmen, Couching, lecker Essen gehen oder WoW spielen

 

Klingt nicht so verkehrt? Dachte ich auch, aber….

Wenn ich mal die Stunden in der Nichtbewegung zusammenzähle komme ich auf locker auf täglich 12 Stunden sitzen und das sind die ruhigeren Arbeitswochen.

Zwölf Stunden in denen die Muskeln ab Bauchnabel abwärts nix machen müssen und die oben drüber die ganze Zeit in einer meist blöden Haltung alles abfangen.

Dazu kommt ein typischer Fersenlaufstil mit leicht sitzender Haltung. Dies hat mir eine Laufstilanalyse im Frühjahr bestätigt.

Und schon klingt alles nicht mehr so pralle und mir schwante woher meine Wehwehchen kommen. Es sind nicht die 70km laufen. Die Summe aller Dinge bringt mir den Spaß.

Laufen ist total eintönig für den Körper, sitzen nicht minder. Reichen da wirklich die knapp zwei Stunden Stabitraining um alles auszugleichen? Oder die fünf Minuten Dehnung um die Muskeln geschmeidig zu halten? Wohl kaum.

Da ich trotzdem den Two Oceans Marathon laufen will, auch wenn mein Physio mich dafür für total bescheuert hält, muss ich wohl einiges grundlegend ändern.

Doch wo bitte fängt man da an? oO

Heute

Erstmal ganz viel Wissen anhäufen. Da arbeite ich noch dran.
Ackere ich mich gerade durch ein Buch, dazu schreibe ich irgendwann eine Rezession, wenn ich durch bin. Was ich euch direkt empfehlen kann ist Strong and Flex TV. Die Jungs wissen wovon sie reden und entwickeln sich und ihre Videos stetig weiter.

Mein erster Schritt war eine Verbesserung des Laufstils. Da geht es gut voran. Die Fivefingers von Vibram unterstützen mich hier ganz fantastisch. Sobald ich keine Dämpfung mehr unter den Füßen habe weiß ich wieder wie man läuft. War ich doch in der Zeit von 12-26 Jahren praktisch immer Barfuß beim Training.
Laufschuhe an und die trügerische Sicherheit der Dämpfung verleitet wieder die Ferse in den Boden zu rammen. Mit viel Konzentration habe ich dies aber nun weitestgehend im Griff.

Weiter ging es mit der Sitzerei. Mal ohne Mist mindestens 12 Stunden täglich! Da ist es doch kein Wunder, wenn die Hüftmuskeln verkürzen und man dadurch auch beim Gehen und Laufen immer eine leicht sitzende Haltung hat. Also Aufgestanden!

Der alte Schreibtisch musste einem Stehschreibtisch weichen. Der erste Tag im Stehen verlief erschreckend angenehm. Ab dem zweiten Tag tat dann der untere Rücken weh und die Fußsohlen.

Büro geht auch ohne sitzen.
Hier kann ich nun wählen ob ich sitze oder stehe. Wie angenehm!

Das ist nun mein Step drei. Die Haltung verbessern, den Rücken stabilisieren und die Fußmuskeln kräftigen.

Morgen

Ferner geht es weiter mit deutlich abwechslungsreicherem Training und wesentlich mehr Mobility Training um mehr Schwung in den doch erschreckend steifen Körper zu bekommen.

Im Endeffekt bin ich dann dort wo ich früher im Kampfsport war. Das Training war nie eintönig, es wurden praktisch alle Muskeln trainiert, sowie die Beweglichkeit und die Koordination. Und zu dieser Zeit hatte ich einen Job wo ich den ganzen Tag gehend und stehend auf den Beinen war.

Aha! So einfach ist das also? Sollte das nun wirklich mein Weg sein in die Verletzungsfreiheit?
Das wird sich wohl in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

 

 

 

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