Spiky – seine Welt zerbrach

Weimaraner Spiky

Wer ist Spiky?

Spiky ist einer von Sven’s Hunden. Ein stattlicher 10-jähriger Weimaraner Rüde. Spiky ist wild. Spiky ist verfressen. Spiky ist charmant. Spiky ist tollpatschig. Spiky ist voller Angst.

Ich habe nach dem Unfall seine zwei Jungs bei mir aufgenommen. Nicht wenig Verantwortung und eine nicht unerhebliche Mehrbelastung in allen Bereichen, welche zum Glück teilweise sehr gut kompensiert werden konnte. Hier bin ich seiner Familie und meinen Eltern unendlich dankbar.

Die ersten Wochen waren unwirklich. Die Zwei (der andere Kerl heißt Balu und ist ein 11-jähriger Labrador) waren da, waren sie ja immer.Doch ist es ein Unterschied ob man sie Vollzeit betreut oder sie eben nur da sind. Erst vor kurzer Zeit konnte ich mich mehr auf die Hunde einlassen und musste auch hier ein großes Loch sehen was Sven hinterlassen hat.

Was ist anders?

Nun ich musste zunächst weniger Frauchen sein und mehr Hundetrainer (ja, eine Ausbildung mit Zertifizierung habe ich auch in der Tasche) bevor ich das Offensichtliche erkennen konnte.

Spiky’s Welt ist zusammengebrochen. Seine Welt war Sven.

Er tritt und strampelt im Schlaf wie ich es nie zuvor gesehen habe. Ja, er hat auch vorher schon mal etwas lebhafter geträumt, doch nun hört man ihn nachts durch zwei geschlossene Türen.

Er kommt nicht zur Ruhe, wenn ich unterwegs bin. Nein, er ist dann nicht alleine. Meinen Eltern ist es genauso wichtig wie mir, dass die Hunde gut aufgehoben sind und daher habe ich volle Unterstützung. Heißt wenn ich mal vor die Tür gehe ist die ganzen Bande wohl gehütet. Der Graue wimmert und sitzt wie eine Statue an der Tür. Er findet keine Ruhe. Bin ich da, ist die Welt in Ordnung. Er pennt relaxt. Inzwischen darf ich auch ohne ihn auf Toilette gehen…

Erst diese Nacht habe ich verstanden, warum Spiky mir die Nachtruhe raubt. Es vergehen nur wenige Nächte in denen er nicht raus möchte. Und wir reden nicht von einmal, sondern eher Richtung stündlich. Wie platt man da nach einiger Zeit ist könnt ihr euch sicher denken. Nachdem ich in den Gedanken schon meine Hände um seinen Hals gelegt hatte, als ich das dritte Mal bibbernd im Garten stand sah ich ihn an und verstand. Spiky holt mir nur aus dem Bett um mich zusehen. Er sucht einfach den menschlichen Kontakt.

Und nun?

Warum er nicht einfach bei mir schlafen kann? Nun ja, eine Nacht hatte ich es mal und bin mir einem riesen Schrecken hochgefahren, als er mit einem Strampler versucht hat die Inneneinrichtung zu spalten. Ich würde also nicht ruhiger schlafen nur weniger frieren…

Zum anderen ist der junge Mann verfressener als ich, will sagen, man wackelt mir der Zehe und er versteht: „Oh gleich gibt’s Futter.“ Ein hektisches hochspringen was das Hundebett zum Karussell werden lässt ist die Folge.

Nun hoffe ich ihm mit Bachblüten und gelockerten Regeln helfen zu können, zu verstehen das ich nie weggehen werde. Er darf kontrolliert Kontaktliegen auf der Couch, bekommt mehr positiven Zuspruch und ich lasse nachts die Türen angelehnt.

Falls jemand von euch noch gute Ideen für therapeutische Ansätze hat: Immer raus damit?

Des Menschen bester Freund

Es ist traurig und rührend zugleich wie treu sich die Vierbeiner an Menschen binden. Balu ist am Anfang öfter mit einem fröhlichen Gesicht ins Schlafzimmer gestürzt. Es war herzerweichend zusehen zu müssen wie er in sich zusammengesackt ist als er das leere Bett sah. Kein Sven der ihn mit „Na, mein Dicker“ begrüßte. Er hat es anders verkraftet und scheint jetzt meinen Vater mehr ins Herz geschlossen zu haben. Zumindest rennt er mir abends gern davon. 😉

Spiky und Sven waren immer Dicke. Der fast vierzig Kilogramm Schoßhund ist an Grillabenden gern auf Sven’s Schoß geklettert. Auch beim Tierarzt hat er sich 100% auf sein großes Herrchen verlassen. Die zwei waren so sicher gebunden, dass Spiky nie Sorgen hatte, wenn Sveni mal weg war. Er war sich immer sicher, dass er wiederkommt.

Spiky mein Bengelchen, er wäre auch gern diesen Tag wiedergekommen und er wird auch immer bei Dir sein. Ich helfe Dir das zu überstehen und verspreche Dir: „Ich bin immer da!“

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