Der 7. Leipziger Frauenlauf – Laufen am Limit

Nach der Ziellinie sieht man die Anstrengung.
Nach dem Zieleinlauf musste ich erstmal durchatmen.

Die Stunden vor dem Frauenlauf

Es ist Sonntag. Der Wecker hat es nicht geschafft mich 7:30Uhr aus den Träumen zu reißen, denn ich bin bereits wach und bereite das Frühstück vor: etwas Skyr mit Bananen, Himbeeren, Granatapfel, Datteln, Chia und Honig. Ich liebe es!

Dank einer Fliege in der Wohnung ist zumindest meine Hündin putzmunter. 😜 Den anderen überzeuge ich schließlich auch aufzustehen um die erste Runde des Tages zu drehen. Ich habe das Glück recht grün zu wohnen, so geht die Runde immer durch einen kleinen Wald.

Als ich mitten auf der Runde zum stehen komme überströmen mich Glücksgefühle.

Es ist kurz nach halb acht, von Menschen gibt es noch kein Lebenszeichen. Die Sonne scheint gedämpft durch das noch junge Blätterdach, die Vögel zwitschern ihre gute Laune heraus. Und wie das riecht! Nach Wald, nach Blumen und nach Sonne. Ja, ich bin ein bekennendes Sommerkind!

Wieder daheim schwinge ich mich in meine Laufklamotten, denn der 7. Leipziger Frauenlauf wartet darauf gerockt zu werden. 😉 Das Beste ich mache mich nicht allein auf die Socken, eingepackt werden noch zwei Freundinnen und meine Mam, die sich als Nordic Walker auf die Reise begibt.

Mein Outfit
Das Outfit liegt schon bereit.

Das Outfit habe ich wie gewohnt schon einen Tag vorher rausgelegt um mir dieses „was ziehe ich nur an“ am frühen Morgen zu ersparen. 😁

Und schon gehts los! Drei von vier machen sich auf dem Weg zum Bahnhof, dort treffen wir uns alle, lassen das Auto jenseits des Parkchaos stehen und steigen für zehn Minuten in die Straßenbahn. Eine weiße und stressfreie Lösung. Die Tram hält nur wenige Meter vom Start entfernt, also perfekt.

Nur noch eine Stunde!

Hühnerhaufen
Den Leipziger Frauenlauf rocken!

Am Ort des Geschehens eingetroffen werden die üblichen Vorbereitungen getroffen, das Gepäck wird verstaut und die Startnummer angebracht. Weil ich auf die kurzen 5km Gas geben möchte, fange ich schon einer Dreiviertel Stunde vor dem Start an mich warm zu machen. Mein Plan: ruhig einlaufen, paar Steigerungen und etwas Lauf ABC. Warum so zeitig anfangen? Damit sich die Muskeln noch etwas erholen können bevor ich mit meiner kenianischen Leichtigkeit durch den Klara-Park fliege. 😜

Der Plan geht auf. Kurz vor dem Start stehe ich gut erwärmt mit den Damen an der Startlinie. Es sind schwüle 21°C, das Laufshirt ist schon klatschnass.

Wir haben noch ein Weibchen aus unserem „Lauftreff Taucha“ getroffen, so stehen wir nun zu fünf am Start. Das typische WarmUp lasse ich für mich ausfallen, ist nicht so meins und auch viel zu eng. So ein K.O. Schlag in der Menge wäre mir schon peinlich…

Der 7. Leipziger Frauenlauf

Der Startschuss ist endlich gefallen. Meine Ziel SUB 26 Minuten, mein echtes innerliches Ziel die PB vom Laufband im Winter zu unterbieten: 24:44.

Der Start ist nicht ganz so voll wie ich von anderen Läufen kenne, so komme ich direkt gut weg und die angestrebte 5er Pace steht nach wenige Metern.

Vor mir schein eine den gleichen Plan zu verfolgen, läuft das gleiche Tempo und korrigiert auch nach Uhr. Also werde ich spontan faul und hefte mich an ihr Fersen, was gut 2km fantastisch läuft. Dann wird sie etwas langsamer, ich ziehe vorbei. Die Uhr meldet gehorsam knapp unter 5 Minuten den Kilometer. Passt!

Wir verlassen den Park und laufen einen einen Abschnitt Straße, pralle Sonne und eine Ministeigung. Uff! So haben wir nicht gewettet. Kenianisch fliegen fühlt sich anders an.

Bin echt froh als mich die Bäume des Parks wieder begrüßen. Gut drei Kilometer liegen hinter mir und ich muss anfangen zu beißen. „Jetzt kurz gehen wäre ja sooo angenehm! Gehts noch? Natürlich nicht, habe Dich nicht so Mädchenhaft und beweg Deinen ….“

Derartige Gespräche finden nun zwischen meinem Engelchen und meinem Teufelchen statt.

Wer soll sich bitte bei so einem Gequassel konzentrieren?

Ich ignoriere die Beiden so gut es geht und kämpfe mich Meter für Meter dem Ziel entgegen. Muss jetzt echt kämpfen um die Geschwindigkeit zu halten. Dies wird mein erster Lauf bei dem ich für den Schlussspurt keine Energie mehr frei machen kann.

Finde das merkwürdiger Weiße super, so weiss ich, dass ich alles gegeben habe.

Beim Einbiegen auf die Zielgerade sehe ich meine Mam im Gegenverkehr unter den Nordic Walkern, ich pfeife (auf dem letzten Loch). Sie hört mich nicht, ich wünsche ihr innerlich nochmal viel Spaß!

Die Ziellinie

Ich sehe sie nur wenige hundert Meter vor mir! Los nur noch ein wenig! Die Uhr im Ziel zeigt irgendwas knapp über 25 Minuten, ich drücke die Stopp Taste meiner Garmin und?

24:49! Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Mir wird kurz etwas schwarz vor Augen, ok war dann wohl doch meine aktuelle Grenze. Ich könnte nicht zufriedener sein, auch wenn ich die Laufband PB nicht schlagen konnte. Laufband und Straße sind eben doch Welten!

Auf dem Weg zum dringend benötigten Wasser treffe ich noch André und Melanie. André ist immer gut für ein tolles Foto. Herzlichen Dank an der Stelle für die ausdrucksstarken Bilder!

Melanie läuft heute ihren ersten Zehner, wir quatschen noch kurz dann geht jeder seiner Wege! Ich stürze mich auf das Wasser, gönne mir eine Banane und warte gespannt auf den Rest der Bande…

Danach

Strahlende und zufriedene Gesichter überall. Das mag ich so am Laufen!

Happy über die gelungene Veranstaltung mache wir uns nach dem wir uns akklimatisiert haben auf den Rückweg.

Daheim schaue ich gleich nach den offiziellen Ergebnissen, möchte ja wissen ob meine handgestoppte Zeit passt.

Sie passt!

24:49 stehen auf der Veranstalter Seite.

Das bringt mir Platz 9/126 in meiner Altersklasse und Platz 58/990 Gesamtstartern. Fantastisch!

 

In zwei Tagen stehe ich an der Startlinie des B2RUN für IT2U ob ich die Leistung nochmals abrufen kann?

 

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