NeuseenMAN 2017 – Der erste Triathlon

Vom Läufer zum Triathlet?

Im Spätsommer letzten Jahres hatte ich Probleme mit dem Piriformis. Die Verletzung zwang mich zu einer Laufpause. Weil Laufpausen aber keine Trainingspausen sind und ich ohne Bewegung mit der Zeit unerträglich werde stand Alternativtraining auf dem Plan.
Ich wechselte zwischen Schwimmen, Rennrad und Aquajogging.

Und dann fing das Ganze wirklich an Spaß zu machen. Dank YouTube lernte ich, wenn auch nicht besonders schön, das Kraulschwimmen. Auf einmal war auch Schwimmen kein langweiliges Kacheln zählen mehr.

Es kam wie es kommen musste. Nach und nach reifte der Gedanke an den Triathlon. Mitte März habe ich dann irgendwie den Anmelde Button für den Leipzig Triathlon geclickt. Huch!

Doch weil ich es nicht so mit Geduld habe, fand sich noch der neuseenMAN einen Monat früher. Nun ja: click!

Vorbereitung

Die Vorbereitung war eher grob. Erwähnt sei hier, dass ich auf der Sprintdistanz (750m schwimmen, 20km Rad, 5km laufen) startete und dieser Triathlon wirklich zum schnuppern dienen sollte.

So war ich schwimmen und habe stark an meiner Kraul Technik mit einem Coach gefeilt. Dazu aber in einem folgenden Post mehr.

Habe Kilometer auf dem Drahtesel geschrubbt und bin auch mal die 20km zügiger gefahren um zu schauen was geht.

Und laufen bin ich ja eh immer. 🙂

Ich habe Regeln gelesen, YouTube nach den Wechseln zwischen den Disziplinen durchforstet und genau ein Koppeltraining absolviert. Zum Glück!

Vom Rennrad in die Laufschuhe ist ein interessantes Gefühl. Durch die Geschwindigkeit auf dem Bike fühlt sich das Laufen furchtbar langsam an. So stand eine 4:15 auf der Garmin und ich habe mich gefühlt wie spazieren gehen. Wichtige Info für den Wettkampftag.

Raceday – Anreise und Check In

Das Gepäck für einen Triathlon sieht etwas umfangreicher aus. Man packt eben für drei Sportarten. An der Stelle habe ich gelernt mir unbedingt eine Checkliste zu erstellen um nix zu vergessen. Diesmal ist alles gut gegangen. 😉

Da ich so null Ahnung hatte was mich erwartet, sind wir schon kurz nach acht los. Der Startschuss sollte 10 Uhr ertönen. Also Schatz und das ganze Zeugs inklusive Rennrad ins Auto.

Ein Maskottchen ist immer gut.

Ein felliges Maskottchen und meine Mom mit der Knipskiste folgten in Auto Nr. 2.

Wo sich der Wechselgarten versteckt, hatte ich beim Startunterlagen abholen schon ausgekundschaftet. Also Starnummern am Rad und Helm befestigt und ab zum Check In. Hier wurden das Fahrrad und der Helm kontrolliert. Sicherheit ist ja wichtig und fair soll auch alles sein.

An meinem Stellplatz hieß es dann in den passenden Gang schalten, Schuhe einklicken und vorbereiten. Startnummer, Helm und Brille passend hinlegen.

Meine Laufschuhe haben für das Event elastische Schnürsenkel bekommen. Die Sekunden fürs Schleifchen binden verschenke ich nicht. Auch habe ich mich entschlossen barfuß in den Schuhen zu laufen. Meine Nike Run Free sind perfekt dafür, keinerlei Nähte innen.

Irgendwann hatte ich alles wie ich es mir vorgestellt habe und es ging auch schon Richtung schwimmen.

Raceday – Das Schwimmen

Herausfordernde Bedingungen beim Schwimmen

Mit Freund, Mom und Hund ab zum See und die Schwimmstrecke angeschaut. Begriffen habe ich diese aber tatsächlich erst als ich mit den anderen Teilnehmern im Wasser stand. Besser spät als nie….

Der Start hat sich um gut 15 Minuten verzögert. Unter den Teilnehmern hat sich das große Zittern und Gänsehaut breit gemacht. Der Wind pfiff uns ordentlich um die Ohren.

Schließlich stieg endlich Rauch aus der Startpistole und das Abenteuer nahm seinen Lauf. Ich stand recht weit hinten und ackert mich langsam ins Wasser. Die Temperatur habe ich an der Stelle nicht mehr gemerkt.

Im Wasser war es, wie zu erwarten, kuschelig eng, doch rein vom Körperkontakt hätte ich Schlimmeres erwartet. Hier und da mal ein Arm oder ein kleiner Tritt, nix was weh tat oder behindert hätte.

Doch schon an der ersten Boje traf es mich etwas unerwartet: ich hatte Schiss!

In der Vorbereitung kein Freiwasser geschwommen und das letzte Mal im See ist auch schon ein paar Jahre her. Dazu kam noch ein ordentlicher Wellengang, welcher Atempausen teilweise jäh beendete. Die Schwimmbrille war auch undicht und musste ab und an geleert werden. Perfekte Bedingungen für das erste Mal. Aber leicht kann ja jeder.

Direkt von Kraul auf Brust gewechselt, was ich aber bei sehr vielen beobachten konnte. Den Wellen war so einfacher Herr zu werden. Erst nach dem Passieren der letzten Boje also auf dem Weg zum Ausstieg wurde ich mutiger und kraulte wieder los. An der Stelle zeigte sich der Erfolgt des Schwimmcoachings, ich konnte noch ein paar Schwimmer einsammeln.

Raceday – Radfahren

Die Ankunft mit dem Rennrad

Endlich wieder festen Boden unter den Füßen ging es zum ersten Wechsel. Das Planschen hatte mich doch ganz schön aus der Puste gebracht und zur Wechselzone ging es bergauf. Hab also mal wieder die Dampflok gegeben…

Badekappe und Schwimmbrille runter. Startnummernband drum, Helm und Brille auf und ab die Post. Mein Plan war die Schuhe erst auf dem Bike anzuziehen, diese waren schon in den Pedalen und mit Gummis am Rahmen fixiert. Geübt? Acht wo denkt ihr hin.

Auf’s Canyon kam ich gut, den ersten Schuh hatte ich auch schnell an, beim Zweiten hatte ich so meine Schwierigkeiten. Dennoch konnte ich denen die in Schuhen los gelaufen und dann erst aufgestiegen sind erstmal davon fahren. Die Taktik bleibt also, wird nur etwas verfeinert.

Die Radstrecke bestand aus 2×10 km. Der Wind sorgte für ordentlich Seitenlage, was mir aber 100 mal lieber war als Gegenwind. Es waren auch Athleten mit Trecking- und Mountainbikes unterwegs. Respekt! Das ist dann krasse Arbeit.

Auf den letzten Kilometern beschloss ich nicht vorher aus den Schuhen zu schlüpfen und barfuß einzulaufen. Lieber die Sicherheitsvariante und mit Rennradschuhen zum „Parkplatz“ dackeln.

Raceday – Laufen

Vom Bike in die Laufschuhe

Radschuhe aus, ab in die Nikes und los geseppelt. Der erste Blick auf die Uhr sagte mal wieder eine 4:35. Für mich heute definitiv zu schnell. Also langsam gemacht. Mit viel Mühe bin ich bei einer 5er Pace gelandet. Es brauchte den ersten Kilometer, dann hatte ich die Radbeine abgeschüttelt und konnte laufen. Mit den Vorbelastungen war es mir unmöglich meine reine Laufzeit auf den 5 Kilometern abzurufen.

Als das Ziel in Sichtweite war, war ich mehr als froh und erleichtert. Da ich allerdings noch Geschwindigkeit zulegen konnte, war ich wohl nicht am Limit. Weichei! Hätte ich mal bisserl mehr beißen sollen.

Ich bin ein Triathlet!

Bisschen stolz nach dem ersten Wettkampf.

Nun darf ich mich wohl Triathlet nennen. Ich habe heute mitgenommen, dass Triathlon nochmal eine ganz andere Hausnummer ist als reines Laufen. Es ist spannend aber auch echte Arbeit durch die Vielseitigkeit.

Da ich Arbeit mag war das auf jeden Fall erst der Anfang. Nun werde ich mir langsam Gedanken über Trainingspläne machen und auch schon Gedanken welche Triathlonveranstaltungen in unser Südafrika Projekt passen. Der Two Oceans Marathon hat nach wie vor Priorität!

Ergebnis

AK Platz 4 von 10
Frauen gesamt 18 von 46

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