Mangelnde Selbstbeherrschung oder Sucht?

Seit einigen Monaten beschäftige ich mich nun mit Ernährung und habe ein kritisches und überwachendes Auge auf mein eigenes Essverhalten. Die nun gerade verstrichene Weihnachtszeit hat mir einige Beobachtungen bestätigt.

Zuerst einmal: ich hatte nie ein Gewichtsproblem, mein BMI liegt immer zwischen 21 und 22. Mein Normalbereich liegt zwischen 19-24.

Dennoch schaue ich auf die Waage und noch wichtiger ist mir das Essen was ich zu mir nehme. Hier geht es mir um die Gesundheit, ums Wohlfühlen und darum Leistung erbringen zu können. Ganz egal ob an langen Arbeitstagen oder im sportlichen Bereich.

Zunächst musste ich feststellen, dass die Aufnahmemenge beinahe täglich den Verbrauch der Kalorien übersteigt. Es ist praktisch ein Wunder und ein Glück zugleich, dass ich nicht ein paar Kleidergrößen höher tragen muss. Mein Ernährungstagebuch hat auch in Windeseile aufgedeckt wo die Falle liegt. Zucker.

Hand aufs Herz eine so große Überraschung war es nicht, doch ich hätte nicht erwartet, dass es einen so großen Anteil ausmacht.

Sporadisch habe ich meine Ernährung richtig gut im Griff. Ein klassicher Tag sieht so aus:

  • Frühstück mit Joghurt, Quark, frischen Früchten, Zimt oder Honig
  • Mittag kleiner Snack mit Dinkel/ Vollkornbrötchen und Käse
  • Abends gibt es Salat, gern mit Käse wie Feta oder Mozzarella

Sollte mich dazwischen der Hunger packen, gibt es eine Banane, einen Apfel oder ein paar Nüsse. Damit fahre ich sehr gut. Ich habe weder Hunger noch Heißhungerattacken, das Gewicht ist stabil und die Kalorienaufnahme passt auch. In dieser Zeit gibt es kaum Süßigkeiten und ich habe auch nicht wirklich ein großes Verlangen danach. Ich fühle mich fit und engergiegeladen.

Doch dann kommen so Tage an denen alles anders ist und reißen mich komplett in alte Gewohnheiten. Das beste Beispiel sind die Weihnachtstage und die Vorweihnachtszeit. Aus täglichen 1500-2000kcal werden problemlos 3000-4000kcal. 🙁

waffel

Der Knackpunkt ist die Zuckeraufnahme. Sobald ich etwas Süßes nicht nur einen Tag in einer kleinen Menge sondern zum Beispiel so eine super lecker Weihnachtsmarktwaffel geschlemmt habe, kommt das Verlangen auch am nächsten Tag und am übernächsten und am überübernächsten… Das Spiel geht dann solange bis ich richtig die Faxen dicke habe, die Waage Veränderungen meldet und ich micht nicht mehr so „spritzig“ sondern eher träge und faul fühle. Nein, ich wiege dann keine 10kg mehr, sonder vielleicht mal eins, aber es fühlt sich an wie das Vielfache.

An solchen Tage fasse ich einen guten Vorsatz und räume dann radikal die Schränke leer und das nicht durch wegwerfen…

Den Tag danach ist die Wohnung clean, es gibt keine Versuchungen mehr und es geht von vorn los mit der mustergültigen Ernährung. Die ersten beiden Tage sind noch etwas komisch und mich jiepert es ab und an nach etwas Zuckrigen, das legt sich und das Verlangen ist komplett wieder weg. Bis zum nächsten Rückfall….

Ich empfinde es für mich, auch wenn einige lachen werden, als anstrengend. Viele haben ja ein Fach mit Süßigkeiten daheim und wenn sie Appetit haben gibt es ein Stückchen und dann ist wieder gut.
UNDENKBAR! Mich kann nur eine leere Packung stoppen oder wirklich ganz viel Willsenkraft, doch von einem entspannten Abend kann ich dann nicht reden.

Ist das nun mangelnde Selbstbeherrschung oder geht es schon Richtung Sucht?
Meiner Meinung nach ist das schon Suchtverhalten.

Folgende Kriterien zum Thema Sucht kann man im Netz finden:

  1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, ein Suchtmittel zu konsumieren
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums des Suchtmittels.
  3. Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums.
  4. Nachweis einer Toleranz: Um die ursprünglich durch niedrigere Mengen des Suchtmittels erreichten Wirkungen hervorzurufen, sind zunehmend höhere Mengen erforderlich.
  5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen und Vergnügen zugunsten des Suchtmittelkonsums und/oder erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.
  6. Anhaltender Substanzgebrauch trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen (körperlicher, psychischer oder sozialer Art).

Kriterium 1-3 und 6 passen auf mein Verhalten im Umgang mit Süßigkeiten. Das gibt schon etwas zu denken.

Aber ich verstehe nun warum so viel Zucker in den heutigen Nahrungsmitteln untergebracht wird….

Ich mache mich dann mal wieder daran die Süßigkeiten aus dem Kopf zu verbannen. Tschakaaa!

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