Leistungsdiagnostik oder auch „Oberschenkel aus Blei“

Irgendwann im März bin ich in einer Runners World über den Begriff Leistungsdiagnostik gestolpert. Da ich ja als Weibchen von Natur aus neugierig bin, ging mit der Gedanke auf Herz und Nieren getestet zu werden nicht mehr aus dem Kopf.

Es kam wie es kommen musste, ich suchte nach Möglichkeiten die Leistungsdiagnostik durchführen zu lassen. Auf der Homepage von Runners World fand ich die passenden Institute, als meine Augen auf Leipzig fielen stand der Beschluss fest noch bevor ich den Stadtnamen zu Ende gelesen hatte. Nun wollte ich es wissen: Wie stehe ich aktuell da? Was wird alles ins Visier genommen? Wie kann ich mit den Ergebnissen mein Training verbessern?

Die Terminvereinbarung mit dem Institut für Sportmedizin der Universität Leipzig gestaltete sich spannend. Das Institut war so schwer zu erreichen wie die Kanzlerin und mein Kalender benimmt sich nicht viel besser. Schließlich hatten wir uns gefunden und fanden einen Termin für Mitte Mai.

Eine Spiroergometrie und die Untersuchung meines Herzens fielen aus, da ich dies erst vor kurzem hinter mir hatte.
So blieb noch übrig:

  • Basismodul
    Radergometrie mit 12-Kanal EKG + Blutdruckmessung
  • Ergänzungsmodul 6
    Doppelter Stufentest, Laktatmessung, Maximallaktat, fixierte Laktatschwelle, Schellen nach Bunc, Kindermann, Simon, Laktatsenkentest (direkte Bestimmung des Gleichgewichts von Laktatproduktion und Laktatelimination)

Der Doppelstufentest auf dem Ergometer startete bei 50 Watt und sollte minütlich um 15 Watt gesteigert werden. Dabei trug ich die Maske für die Atemgasanalyse, bisschen wie Darth Vader „Ich bin Dein Vater….“ So strampelte ich mich Bergauf, wurde regelmäßig gefragt wie ich mich fühle. Skala 1-10, wobei 1 „total relaxt“, 10 „ich brech zusammen“ bedeutete. Bei 260 Watt war es dann vorbei, die Oberschenkel waren raus und wollten nicht mehr. Es wurde direkt eine Laktat-Messung durchgeführt und das Ergometer auf entspannte 65 Watt gestellt, was für 5 Minuten so blieb und eine echte Erholung war. Dann ging es an die zweite Stufe, wieder wurde minütlich um 15 Watt erhöht, diesmal jedoch auf max. 80% des ersten Tests. Nun wurde jede Minute der Laktatwert ermittelt und Blutdruck überprüft. Test zwei war bei 200 Watt beendet, die Beine versagten Ihren Dienst. Die 80 Watt für vier Minuten zum runterkommen waren himmlisch. 🙂

Damit war der Zauber schon vorbei und mit leicht bleiernen Oberschenkeln ging es nach Hause. Die Auswertung sollte mir dann zugesendet werden. Was zufälligerweise genau heute der Fall war. 😀

Nun weiß ich

  • meine HFmax liegt bei 171/min,
  • bei HF 141/min baue ich Laktat wieder ab,
  • maximaler Laktat Wert 10,3 mmol/l
  • VO2max liegt bei 56ml/min/kg

Verglichen mit dem Altersdurchschnitt liegen meine Werte bei 200%. Kann man machen. 😉

Die Trainingsempfehlung für extensive Ausdauerbelastung liegt damit bei HF 141 +/- 5, für intensive Belastung 154 +/1 5. Was spannenderweise bereits gut zu meinem aktuellen Trainingsplan passt.

Damit ist für mich das Abenteuer Leistungsdiagnostik zufriedenstellend abgeschlossen. 🙂

Nach der Leistungsdiagnostik.
Nach der Leistungsdiagnostik.
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