Lehrgeld oder auch Shin Splints

Gerade als ich dachte die erste Geduldsprobe überstanden zu haben ging es wieder los. Direkt das nächste Training nach dem SportScheck Stadtlauf beförderte mich wieder auf die Schonbank. Diesmal musste ich sogar ein Training abbrechen, weil es einfach nur noch weh tat.

Noch beim nach Hause humpeln googelte ich nach Sportmedizinern in meiner Nähe, da ich bis jetzt noch keinen für mich passenden gefunden hatte. Ein Link des städtischen Laufladens führte mich auf die Seite des Dr. Toussard.

Was ich las gefiel, also direkt angerufen und für zwei Stunden vor Abreise in den Urlaub einen Termin abgefasst. Vier Tage später war es soweit und ich machte mich auf die Socken.

Der versteht mich dachte ich innerlich grinsend als der Doc offenbarte selbst aktiver Marathonläufer zu sein. Er wollte alles wissen, Training, Ausrüstung, Ernährung, Regeneration und seit wann laufe ich.

Die Diagnose durfte ich selbst stellen, hätte also auch Arzt werden können, denn mein Schienbeinkantensyndromsverdacht (super Wort fürs Galgenraten 😀 ) bestätigte sich. Direkt hängende Ohren, da ich 4-6 Wochen Laufpause als unzumutbar erachte.

Für alle die mit der Diagnose noch nicht vertraut sind ein medizinischer Exkurs: Schienbeinkantensyndrom oder in kurz Shin Splints

Doch (und schon war der Doc mein bester Freund) ich sollte nur keine richtige Pause machen, Rad fahren, schwimmen und am allerbesten LAUFEN. Wie laufen? Ja, laufen, wenn es nur etwas zwickt ist alles gut nur wirklich weh tun darf es nicht. Yehaaa!

Wie ich mir diese Muss-jeder-mal-mitgenommen-haben Verletzung für Läufer eingehandelt habe war schnell klar. Mein Trainingsplan war für die Dauer meiner Lauferfahrung zu hart. Herz-Kreislauf gewöhnt sich ruckzuck an neue Belastungen, Bänder, Sehnen und Muskeln brauchen bis zu Monate. Nun war ich etwas enttäuscht, denn ich habe mir ja extra einen Coach gegönnt um eben Verletzungsfrei zu meinen Zielen zu gelangen.

An der Stelle: hört immer auf euren Körper, er sagt schon wenn es etwas zu hart ist und packt dann den Ehrgeiz weg. Langfristig ist der langsamere Weg der Schnellere.

Nun ist die Diagnose drei Wochen her. Ich laufe wieder dreimal die Woche und das schmerzfrei! Nur eben anders, jetzt steht erstmal nur Grundlagenausdauer auf dem Plan zwei Einheiten mit 70-80% maxHF und eine lange Einheit mit <70%.

Was ich in den drei Wochen so angestellt habe?

  • den entzündeten Muskel wann immer es ging massiert (schön wenn der Schmerz dann nachlässt)
  • Spinning
  • Laufband, da ich das als deutlich entlastender für den Bewegungsapparat empfand
  • mit kurzen und langsamen Einheiten in die Natur, zur Not eben gewalkt (war mir hochgradig peinlich Oo)

Zusätzlich lasse ich mich jetzt noch bei der Stoßwelletherapie misshandeln. Wenn ihr in Gedanken Schienbein + Stoß kombiniert, könnt ihr erahnen, welche Freude man dabei empfindet…

Ich lese mir nun eigenes Wissen an um selbst mein Training aktiv gestalten zu können oder später einfach mal eine Coach Empfehlung in Frage stellen zu können.

In diesem Sinne lasst laufen, aber nicht wie von Sinnen!

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