Laufmomente – Warnemünde

Noch ganz ruhig Am Alten Strom.
In der früh Am Alten Strom in Warnemünde.

Nicht Wenigen fällt es schwer zu verstehen warum man an freien Tagen oder im Urlaub früh beizeiten das warme Bett verlässt und stattdessen die Laufschuhe schnürt.

Heute möchte ich die Kopfschüttler mal in meine Welt, die Welt eines Läufers entführen…

Es ist Mädelswochenende in Warnemünde.

Samstagmorgen 8 Uhr der Wecker klingelt. Mit einem Lächeln lasse ich ihn verstummen, strecke mich kurz und schlage die Decke zur Seite. Alles im Haus ist noch still. Ich schleiche aus meinem Zimmer Richtung Bad schnell die Zähne putzen und die Haare striegeln.

Auf Zehenspitzen tapse ich zurück ins Zimmer und mit einem vorfreudigen Lächeln schlüpfe ich in meine Laufsachen.

Früh am Morgen werden die Laufschuhe geschnürt.
Die Vorfreude ist schon beim anziehen der Schuhe da.
Dann geht’s los.

Draußen sauge ich die kühle, neblige Morgenluft ein.
Ich verweile kurz. Der Alte Strom ist noch ganz verlassen und leise. Die Kopfhörer bleiben heute stumm, ich möchte die Stille genießen. Langsam laufe ich los. Immer am Alten Strom entlang, nur eine Trauergesellschaft ist schon auf den Beinen. Sonst: niemand!

Meine Strecke führt mich an der Strandpromenade Richtung Neptun. Ruhig liegt das Hotel in der Ferne.

Das Hotel Neptun in der Ferne.
Das Hotel Neptun und die Strandpromenade schlafen noch.

Mein Atem wird gleichmäßig, mein Tempo habe ich gefunden. Ein Traum, fast meditativ trabe ich nun vor mich hin.

Zwei Stunden liegen vor mir. Zwei Stunden nur ich, das Meer und die langen, leeren Wege. Zeit die ich so gern nutze um die Woche Revue passieren zu lassen. Was ist geschehen, was war gut, was weniger. Je länger der Lauf dauert umso mehr Ordnung kommt in den Kopf. Themen werden abhakt und aufgearbeitet, schließlich kommt die kreative Phase, da kommen mir neue Ideen für’s Business sowie das Hobby, in dem Fall dieser Blog.

Gegen Ende der Runde füllt sich der Wald langsam, Walker, andere Läufer, Menschen mit Hund und Radfahrer begegnen mir jetzt. Alle sehen gelassen und gut gelaunt aus, Wochenende eben.

Die Walker schnattern munter vor sich hin. Dem Todesstock der Naseputzenden konnte ich gerade so entkommen. Alle mussten lachen.

Das klassiches Nordic Walker Klischee, zu dritt auf dem schmalsten Waldweg, wild schnatternd und irre gefährlich durch spontane Stockattacken. 🙂

Auf dem Rückweg das Traumbild eines Fischers am Strand. Ich muss anhalten und kurz genießen. Es wirkt schon fast gestellt.

Ein Fischer am einsamen Ostseestrand.
Idyllisch der Fischer am einsamen Strand.
Nun geht’s aber zurück zu meinen Mädels!

Als ich in der Ferienwohnung ankomme, sitze alle gemütlich am Frühstückstisch. Auch die vier Damen waren laufen, nur kürzer und gemeinsam.

Die zwei Stunden sind mein ganz persönlicher Urlaub. Wer einmal losgelaufen ist, wird ähnliche Momente bald kennen und schätzen lernen.

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2 Comments

  • Draußen sauge ich die kühle, neblige Morgenluft ein.
    Ich verweile kurz.

    Zwei Zeilen die mich sofort an meine morgendlichen Läufe erinnern. Die Ruhe, die Luft, die Einsamkeit. Das Laufen am Morgen hat für mich schon etwas meditatives. Meist halte ich auch kurz inne und versuche die Stimmung in mir aufzusaugen. 🙂

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