Fly! – Securitas Airport Night Run Berlin 2017

Airport Run Berlin

Der Plan für den 10km Airport Nightrun ist klar, endlich will ich die 50 Minuten Marke knacken. Aktuell liegt die PB bei 50:54, diese ist im Zuge der Marathon Vorbereitung während des Training entstanden. Doch zu jeder guten Vorbereitung gehören Schwierigkeiten, ich habe mich kurzer Hand für eine Erklärung entschieden. War ich doch so stolz seit zwei Jahren jedem Infekt getrotzt zu haben. Zwei Tage vor dem Raceday ging es los. Halskratzen und Kopfweh. Braucht keine Sau! Also alles ausgepackt was man auspacken kann: Ingwer, Tee, Honig, Zitronen, Obst, Schüssler Salze, Emser Pastillen und ein paar Stoßgebete.

 

Raceday Morgen

Früh schlage ich die Augen auf. Kurzes in mich reinfühlen, mmmh geht. Schlucken! Ahhh, geht nicht. Als hätte man Sandpapier gegessen. Aber keine Panik, sind ja noch gut 10h. Den Tag starte ich dann direkt mit grünen Tee und einem kräftigen Schluck Ingwerextrakt. Brennt wie die Hölle! Wurscht, dann grille ich die Viren eben. Nochmal mal kurz im Universum um Besserung angefragt, hat bei Hape Kerkeling in „Ich bin dann mal weg“ schließlich auch funktioniert.

 

Noch neun Stunden

Es geht Richtung Shopping Mall. Direkt erstmal Tee Nummer zwei mit Honig nachlegen. Und zum Frühstück… Ganz klar, bei Halsschmerzen hilft Eis! Drei Kugeln kühlen den Rachen auf eine erträgliche Temperatur runter. 😉
Es folgt etwas bummeln, Fußball schauen, Tee trinken….

 

Noch 2 Stunden

Immer noch satt vom Eis und den Em-eukal die mich den Tag begleitet haben, bleiben die Bananen und die Cliffbars in der Tasche. Da ich eh Sparflamme laufe finde ich das gerade vollkommen unwichtig.
Natürlich grämt es mich bei einem Lauf am Start zu stehen und mit angezogener Handbremse los zu seppeln. Doch Vernunft und Gesundheit und so… Der Hamburg Marathon ist viel wichtiger und das sind nur noch 15 Tage.
Laufplan: entspanntere Pace um die 5:10 bis 5:12 habe ich im Hinterkopf.

Die Anfahrt

Laufschuhe an den Füßen, Klamotten eingetütet. Koffer habe ich ja wie ein Friseur gepackt, ohne Sven hätte ich jetzt den Champion Chip nicht am Fuß. Überhose und Laufgürtel vergessen… Rettung: Schatzi.
Die Anreise ist unspektakulär. Am Flughafen gibt es zum Parkhaus etwas zähflüssigen Verkehr, aber es geht ganz gut voran. Parkplätze gibt es in Massen, so ein Flughafen hat da echt Vorteile. 🙂

Eine Stunde vorher

Wir schlendern erstmal durch die Massen. Checken die Gepäckaufbewahrung, welche super organisiert ist. Schauen uns schon mal an wo die Reise beginnt und was sonst so los ist.
Es ist schon etwas frisch und ich bin echt dankbar für die Hose.
Die Zeit vergeht recht schnell, auf einmal sind es nur zehn Minuten. Warmlaufen!

Gleich geht’s los!

Der Startbereich ist gut unterteilt und die Ordner schauen, dass man sich korrekt einsortiert. Der Sektor wird über die bei der Anmeldung angegeben Zielzeit zugewiesen. Sven ist eins weiter vorn. Ich suche mir ein Plätzchen im Sektor Sub 60 Minuten.
Zum Thema warmlaufen: hat nix genützt. Ich habe arschkalte Hände und fühle mich etwas steif. Ich hüpfe vor mich hin, kreise und schüttle was das Zeug hält um nicht festzufrieren. Das Weibchen neben mir zieht ihren Fleece Pulli aus. Zwei Minuten später hat sie ihn wieder an. 😀
Ich mag die Minuten so kurz vor dem Start. Manche gehen etwas in sich. Andere klatschen mit Freunden ab und wünschen sich einen tollen Lauf. Überall strahlenden Gesichter. Freunde und Familie am Rand rufen ihren Lieben noch schnell motivierende Worte zu.
Auf einmal wird es laut. Die Menge setzt sich klatschend in Bewegung. Ausnahmsweise lasse ich mich mal anstecken und klatsche mit. Richtige Entscheidung die Hände werden warm!

Der Lauf 

Bei einer 4:13er Pace etwas wackelig geworden. Foto von Sven.

Wie immer ist der Start kuschelig eng. Selten sehe ich das so entspannt und setze nicht zum Slalom an, sondern fließe am Rand so mit.
Nach etwa einem Kilometer wird es weitläufiger. Neben mir taucht ein Läufer auf der eine angenehme Geschwindigkeit läuft. Hänge mich also daneben und genieße es mal auf einer Startbahn zu laufen. Ich lasse den Blick schweifen und schaue mir mal den neuen Hauptstadt Flughafen an. Da taucht auf einmal der Pacemaker für die 50 Minuten vor mir auf. Er ruft gerade: „Fünfzehn Sekunden Puffer.“
What? Nun gut, ein Blick auf die Uhr erzählt mir was von 4:55 den Kilometer. Ich höre nochmal kurz in mich rein. Alles gut, entspanntes atmen. Die Erkältung ist leise, die Beine arbeiten.
Bis zur Hälfte etwa laufe ich Seite an Seite mit dem Läufer vom Anfang. Dann scheint er langsamer zu werden. Tatsache die Fenix sagt 5er Pace. Ich fühle mich frisch und locker. Also geht’s auf eigene Faust los.
Schnell finde ich eine neue Beschäftigung. Ich suche mir einen Läufer vor mir und fange an mich ran zuarbeiten und ihn einzusammeln. Macht Spaß. 🙂
Zur Abwechslung klinge ich mal nicht wie eine Dampflok, sondern kann lautlos wie ein Ninja über die Bahn huschen. ^^
Die Kilometer fliegen dahin und ich bin erstaunt wie schnell so ein 10er abgearbeitet ist. Es lebe die Marathonvorbereitung!
Bei Kilometer acht beschließe ich den Letzten nochmal Gas zu geben. Eine 4:30 sollte drin sein. Mir fallen meine letzten 5er und 10er ein, da war nix mehr mit Gas geben. Eher mit Backen zusammenkneifen. 😉
Der Plan geht auf und ich laufe mit einem leicht irren Grinsen bei 48:33 handgestoppten Minuten über die Ziellinie.
Eine ganz leichte Glückswelle überrollt mich. Ich grinse wie bescheuert und freue mir einen Keks. Großartig geht es mir! Was wäre da drin gewesen, wenn ich komplett fit gewesen wäre?

Danach

Im Zielbereich finde ich schnell Sveni. Er schaut genauso zufrieden. Da er verpasst hat pünktlich im Ziel zu stoppen, steht die genaue Zeit noch aus. Doch 42:xx sprechen für sich. Zweimal PB in Berlin für uns, läuft!
Der Lauf war toll, klasse organisiert. Mal was vollkommen Anderes von der Strecke. Falls hier nächstes Jahr noch keine Flugzeuge starten, kommen wir nochmal und fliegen über die Startbahn!

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