13. Muldentaler Städtelauf – Mein zweiter Halbmarathon

Im Ziel des Muldentaler Städtlelaufs.
Überglücklich sind wir beiden im Ziel angekommen.

Schicksalhafte Fügung

Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Two Oceans Marathon ist zum Greifen nah. Der Haspa Marathon in Hamburg! Dieser soll der erste Marathon meines noch kurzen Läuferlebens werden.

In der Vorbereitung auf die 42,195km ist ein Halbmarathon geplant. Reiner Zufall fügt den 13. Muldentaler Städtelauf perfekt in meinen Trainingsplan ein.

Generalprobe

Der Trainingsplan ist schwer davon überzeugt, dass die Zielzeit bei meinem zweiten Halbmarathon 1:52:12 betragen kann. Das wäre eine Pace von 5:19.

Mit dem Gedanken habe ich mich die letzten drei Wochen schon angefreundet, da die Tempoeinheiten machbar waren und sich gut angefühlt haben.
Doch eines meiner drei Ziele dieses Jahr lautet: einen Halbmarathon unter 1:50h laufen. Warum also nicht probieren? Die Zahl 5:12, was der Pace für dieses Tempo entspricht, brennt sich schon Tage vor dem Halben in meinem Kopf ein.

Race Day – 24. März 2017

Sonntag. Es ist 6:30 Uhr als der Wecker lautstark die Nacht beendet. Kurz ist da mal wieder der Gedanke: „Warum zum Kuckuck….“ Besser einfach aufstehen.

Nachdem die ersten Lebensgeister durch Kontakt zu Wasser erwacht sind. Gibt es ein reichhaltiges Frühstück. Eine leckere Banane und zwei Corny Riegel warten auf mich. Zugegeben da habe ich mir schon mal mehr Mühe gegeben.
Es folgt die übliche Routine. Laufklamotten an. Wechselklamotten eingepackt. Hunderunde.

Jeder der hier nicht zum ersten Mal rein liest, weiß inzwischen, dass es mich bei Läufen nicht einzeln gibt. Mein Freund und ich stehen wie immer gemeinsam an der Startlinie. ❤

Für die Anreise und die Klamottenaufbewahrung hat sich meine Mam freiwillig verpflichtet.  So freuen wir uns gleich noch auf das ein oder andere Foto.

Eben noch einen Freund aufgelesen geht die Reise los. Der Start ist etwa dreißig Fahrminuten von uns weg. Mit etwa 700 Startern ist es ein netter kleiner Lauf was sich positiv auf die Parkplatzsuche auswirkt.

Wir tigern zum Start und rätseln noch etwas wo der Transponder zu tragen ist. Beim Muldentaler Städtelauf gibt es nicht den klassischen Chip für die Schuhe. Der Zeitnehmer ist direkt an einem Band mit Klettverschluss angebracht. Ich finde ja den Knöchel total praktisch, nix was dann am Arm rum schlackert. Zum Glück lausche ich etwas in der WC Warteschlange und entscheide mich noch für den Arm um….

Irgendwie ist es nun doch schon 9:45 Uhr. Geplant war ein Läufer Quartett, doch leider hat es Eine von uns auf die Seite der Verletzten verschlagen. Daher machen sich nun nur drei Freunde des schnellen Schrittes zum Warmlaufen auf den Weg.

3….2….1
Los geht die Reise.
5:12….5:12….5:12…
Ich konzentriere mich auf die Zeit und bin gefühlt von 698 Läufern überholt wurde. Meine Fresse was wollen die denn alle für eine Zeit hinlegen? Ich zügle die Pferde und lasse die Anderen mal zaubern.

Überraschend alpin erweist sich die Strecke am Anfang. Wie gemein!

Km 5

Langsam hat das Auf und Ab ein Ende und die Strecke wird gleichmäßiger. Hügelig ist echt eine Schwäche von mir. Sollte auf die Trainings ToDo…

So läuft es sich Kilometer für Kilometer. Von Sven ist seit km 2 nix mehr zu sehen. Marc hatte ich schon vor dem Start aus den Augen verloren. Ihm drückte ich die Daumen für die magische zwei Stunden Grenze.

Die Strecke an sich ist kann ich wohl mit unspektakulär beschreiben. Radweg. Rechts die Mulde. Immer mal ein paar Anfeuernde. Einfach nett und ruhig zu laufen.

Gefreut habe ich mich an einigen Kreuzungen unsere verletzte Vierte mit ihrem Rennrad zu treffen. Das bringt etwas Abwechslung.

Auch den Mamarazzi kann ich einmal ausmachen.

Etwa bei km 10.

Km 15

Bis jetzt war alles toll. Die Zeit vergeht schnell. Die Pace passt exakt. Von jetzt auf gleich schaltet jedoch meine Atmung von normaler Mensch auf asthmatische Dampflok um.

So ziemlich jeder den ich einsammle dreht sich kurz zu mir, wahrscheinlich am Abwägen ob er erste Hilfe leisten muss.…

Km 17

Ein Triathlet vor mir, zumindest sagt das sein Shirt. Als ich gerade auf seiner Höhe bin scheint er zu beschließen sich dran zu hängen. So habe ich nun an meiner schnaufenden Schulter fortan einen Begleiter. Bin mir gerade nicht sicher ob ich das anstrengend oder praktisch finden soll.

Ganz ehrlich ich kämpfe. Das nennt sich wohl Sauerstoffschuld was ich hier fabriziere. Ich verbrauche mehr als mein rasselnder Atem zu liefern vermag. Dies bringt auch Laktat mit sich. Toll! Die Muskelfasern in den Oberschenkeln kann ich einzeln mit Namen benennen, so deutlich merke ich sie.

Was ist das jetzt? Meine rechte Schulter meldet eine weitere Lok. Mein Triathlon Begleiter klingt ähnlich melodiös wie ich. Die Vorstellung wie das auf die Anderen wirkt, wenn wir angeschossen kommen und vorbei rauschen, bringt mich fast zum Lachen.

Das Ziel ist nicht mehr weit. Mein Schnaufpartner hat inzwischen das Handtuch geworfen. Ein übermäßig großer Teufel auf meiner Schulter versucht mich zu übertönen und mir das Gleiche einzureden. NEIN! Geh jemand anderem auf den Keks, ich will die Sub 1:50 schaffen.

Mit allen möglichen Beschwörungsformeln im Kopf erblicke ich auf einmal die Ziellinie. Hinter einer Brücke. Bergauf! OMG.

Hier helfen tatsächlich die Zuschauer und das Jubeln. 300m laufen!… 200m bähh Berg…. 100m fast da…. Die Ziellinie!

Die Zeit wird genommen in dem man den Chip etwa in Bauchhöhe scannt. Verstehe jetzt warum am Bein eine schlechte Idee gewesen wäre. Man bedenke den Spaß für alle Zuschauer, wenn ich jetzt umgekippe während ich das Bein anhebe.

After Race

Im Ziel wartet mein Freund mit einer ganz persönlichen Medaille: Bambina Schokolade. Dafür lohnt es sich 21km durch die Gegend zu hetzen. Und natürlich unser Mamarazzi mit Kamera und den trockenen Sachen.

Ich muss dann erstmal kurz atmen und mich finden. Dann kann ich mich auch über die neue Bestzeit freuen. Um mich direkt im Anschluss über die schlecht ausgemessene Strecke zu ärgern. Meine Garmin zeigt mir 20,87km. Schon etwas uncool!

Marc kommt nun auch angeschossen. Er liegt 11 Sekunden über seiner Zielzeit. In Worten: ELF Sekunden. Beim nächsten Mal muss er wohl doch die Schnürsenkel zubinden. 😉

Es war ein netter kleiner Lauf mit einer ansprechenden und ruhigen Strecke. An der Natur entlang läuft es sich schon schöner als in der Stadt. Die Organisation lässt keinerlei Wünsche übrig. Eine exakt vermessene Strecke wäre das i-Tüpfelchen gewesen.

 

 

 

 

 

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